Mut zur Langeweile –

Mut zur Langeweile –

oder wie die Abstinenz von Facebook, What’s App und Co. ganz neue Perspektiven eröffnet…Die essentielle Frage was uns wirklich bewegt im Leben und was sind die Ziele, die uns antreiben…

14 Tage ohne Smartphone – das bedeutet: kein Facebook, Verzicht auf What’s App, Pinterest, Instagram. Nur noch kurz die Mails checken? Fehlanzeige… Langeweile vorprogrammiert!

 

In meinen Ferien versuche ich wirklich mal 14 Tage auf mein Smartphone zu verzichten. Was ich direkt bemerke – normalerweise schaue ich ständig auf mein Handy, wenn ich alleine bin oder im Kaffee auf jemanden warte. Das Telefon ist der perfekte Ort um sich zu verstecken, wenn man Unbehagen verspürt. Man ist nie alleine, ständig online verbunden mit der ganzen Welt. Spaziergang durch die Dünen, schnell noch den neusten Status posten — mit Foto natürlich.

Ich habe das Gefühl, dass wir gar nicht richtig im Hier und Jetzt sind. Wir driften ständig ab in die virtuelle Welt und sehen mehr von und durch unsere Smartphones als von diesem wunderbaren Ort, der uns gerade umgibt.

Angst vor Langeweile – dabei ist Langeweile etwas ganz Tolles…Wirklich, es kann sogar als Zielbestimmung im Selbst-Coaching genutzt werden.

Immer dann, wenn für uns gefühlt die Zeit still steht, können wir in uns hinein horchen. Was sind unsere Ziele im Leben? Wir haben die Möglichkeit unsere Fähigkeiten auf neue Art und Weise zu entdecken. Wer sich mal so richtig langweilt, der entwickelt Sehnsucht, Lust etwas Neues anzupacken und dort wartet oft das pure Glück.
Aber beschäftigen wir uns erst mal damit wie Langeweile entstehen kann und warum wir solch eine Angst davor haben in genau dieser Langeweile zu versinken.
Wir alle sind in einem lückenlos gestalteten Ablauf unseres Alltags gefangen: Montag bis Freitag ins Büro, Freizeitprogramm, dann sollte dringend auch wieder die Wohnung general überholt werden – blinde Betriebsamkeit. Es gibt keinen Moment der Ruhe. Langeweile kennen wir gar nicht mehr – höchstens noch aus Kindheitstagen, wenn während des Strandurlaub eine Regenfront Einzug hielt und wir hören uns wieder selber jammern: “…mir ist langweilig, hier ist nix los, wo sind die anderen Kinder? Ich will jetzt endlich was machen!!! Mein Gott, ich sterbe vor Langeweile!”

Irgendwie scheint es, dass wir alle es verlernt haben Langeweile auszuhalten. Und das schon von Kindesbeinen an.
Ich habe vorhin schon angekündigt, dass Langeweile was Tolles ist, warum? Weil es pure Entschleunigung ist. Ein Moment, in dem die Zeit sich dehnt und der Geist sich auf die Suche begibt nach etwas woran er sich klammern kann. Genau dann glauben wir im Sumpf der Passivität zu versinken, allerdings passiert genau dann jede Menge in unseren Köpfen. In unserem Hirn werden Regionen aktiviert, die für die Persönlichkeitsentwicklung relevant sind. Während wir also so “untätig” rum sitzen, können wir uns selbst besser kennenlernen.

Es ist die Chance, sich die essentiellen Fragen zu stellen, für die wir uns nie Zeit nehmen:

  • Bin ich glücklich?
  • Was genau macht mich so glücklich?
    oder
  • Was fehlt mir zu meinem Glück?
  • Wer bin ich und was macht mich aus?

So begeben wir uns auf eine Reise in unser Inneres und entdecken so vielleicht was uns im Leben gerade fehlt. Aus diesen Sehnsüchten heraus können wir neue Ziele definieren und merken vielleicht auch, dass wir zusammen mit Experten an diesen Zielen arbeiten wollen und beginnen ein Coaching

Übrigens: Langeweile hat auch den Nebeneffekt, dass unsere Sinne geschärft werden. Augen und Ohren sind offen für Dinge, die uns sonst nie aufgefallen wären.

Ich habe meine Langeweile genutzt um die kleinen Wunder der Natur in Bildern einzufangen (ok, mit dem Smartphone ;-)). Meine Langeweile hat mich auch zu diesem Blogpost inspiriert und auch noch andere Themen, über die man in den nächsten Wochen und Monaten hier lesen kann.
Aus meiner Sicht ist es also wirklich sehr gut auch mal den Mut zu haben und sich von der Langeweile fangen zu lassen.
Ein Motto in meiner Coaching-Ausbildung war: “Es gibt keinen Zufall, es fällt dir zu.”
In diesem Sinne werde ich versuchen die Phasen der Langeweile nicht als unglücklichen Zufall zu sehen.
Es ist mein neuer “kreativer Denkprozess”!

Ach ja, das Handy werde ich jetzt öfter in die Versenkung stürzen! Es geht auch ohne 😉

 

1 Comment

  1. Hoi Sandra, das si wunderbari Zyle, merci viu mau. Jo, im hie und jetzt bini ou nid viu. Wirde mir dini Wort wieder mau z Härze nä. Viu Erfolg bim “blogposte”. Grüessli Lilly